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Startschuss für Fahrradverleihsystem "MVGmeinRad"

Erste Teststationen gehen in Betrieb – Ausbau 2012 abgeschlossen

Der Startschuss für das neue Fahrradvermietsystem MVGmeinRad der Mainzer Verkehrsgesellschaft ist gefallen: Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesverkehrsminister, Jan Mücke, Stadtwerke-Vorstand Detlev Höhne, MVG-Geschäftsführer Gunter Rebahl und die Mainzer Verkehrsdezernentin Katrin Eder nahmen heute auf dem Vorplatz des Stadtwerke-Hochhauses in der Rheinallee die erste von zunächst 9 Teststationen in Betrieb. In den nächsten Monaten soll ein flächendeckendes Netz aus etwa 120 Vermietstationen im Tarifgebiet der MVG entstehen. Insgesamt werden künftig bis zu 1.000 Fahrräder rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr verfügbar sein.

Die heute eröffneten ersten Teststationen im Stadtgebiet stehen zunächst den Personen zur Verfügung, die sich als Testnutzer bei der MVG haben registrieren lassen. Dies sind mehr als 100 Menschen aus Mainz und Umgebung. Sie können während der Testphase MVGmeinRad kostenfrei nutzen. Im Gegenzug sollen sie den Projektverantwortlichen regelmäßig ihre Erfahrungen mitteilen und so helfen, das Vermietsystem rasch von etwaigen "Kinderkrankheiten" zu befreien.

Jan Mücke, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesverkehrsminister: "Es ist beachtlich, dass in Mainz erstmals auch ein ÖPNV-Unternehmen die Vorteile eines Leihradsystems erkannt hat und dieses in sein Angebot integriert." Die Mainzer Verkehrsgesellschaft hatte 2009 beim Bundeswettbewerb "Innovative öffentliche Fahrradverleihsysteme – neue Mobilität in Städten" als einzige Verkehrsgesellschaft mit ihrem Konzept unter 44 Bewerbern den ersten Preis gewonnen. Insgesamt fördert das Bundesverkehrsministerium im Rahmen eines Modellversuchs acht Städte und Regionen beim Aufbau neuartiger Fahrradverleihsysteme, die sich durch eine besonders enge Verknüpfung mit dem öffentlichen Nahverkehr auszeichnen. Zwischen 2009 und 2012 stehen dafür insgesamt 12,7 Millionen Euro aus Bundesmitteln zur Verfügung. "Das Geld ist gut angelegt. Denn mit der Kombination aus Mietfahrrad und Bus oder Bahn werden Klima und Umwelt geschont, die Gesundheit gefördert und Zeit gespart. Deshalb fördert das Bundesverkehrsministerium das Projekt in Mainz mit 1,9 Millionen Euro", sagte Mücke.

Die andere Hälfte trägt die MVG, beziehungsweise die Stadtwerke Mainz AG. "Unsere Unternehmensgruppe stellt mit viel Engagement seit vielen Jahren sicher, dass es in Mainz und Umgebung einen gut funktionierenden und bezahlbaren Öffentlichen Personennahverkehr gibt", erläuterte Stadtwerke-Vorstand Detlev Höhne. "Das Fahrradvermietsystem bietet uns die Chance, dass wir dieses Mobilitätsangebot sinnvoll erweitern. Deshalb engagieren wir uns mit 1,9 Millionen Euro an der Einführung." Ein dauerhaftes Zuschussgeschäft soll das Fahrradvermietsystem nicht werden: Nach Ablauf des Förderzeitraums im Jahr 2012 soll MVGmeinRad langfristig nutzerfinanziert betrieben werden.

Der MVG-Zeitplan sieht vor, dass die jetzt gestartete Testphase mit 9 Stationen und 50 Rädern bis zum Herbst auf rund 50 Stationen und 400 Räder ausgeweitet wird. Dann kann jeder Bürger bei MVGmeinRad mitmachen. Der Endausbau mit 120 Stationen und rund 1.000 Rädern ist für 2012 vorgesehen. "Die Preisstruktur für die Ausleihe wird derzeit noch erarbeitet", sagte MVG-Geschäftsführer Gunter Rebahl.

Wie funktioniert MVGmeinRad nach der Testphase, die bis zum Herbst 2011 geplant ist? Jeder Nutzer muss sich zunächst registrieren lassen und erhält eine Chipkarte. Diese Kundenkarte legt man an einer der mit Solarmodulen betriebenen Stationen im Stadtgebiet auf ein Displayfenster und kann danach problemlos eines oder mehrere Räder ausleihen. Wenn man die Fahrräder nicht mehr braucht, können sie einfach an die gleiche oder eine andere freie Station zurückgegeben werden. Das System registriert automatisch die Ausleihzeit und erstellt später die Rechnung. Die Abrechnung erfolgt in jedem Fall in einem 30-Minuten-Takt.

Die Mainzer Verkehrs- und Umweltdezernentin Katrin Eder verspricht sich von MVGmeinRad einen großen Schub auf dem Weg zu einer umweltfreundlichen Verkehrspolitik. Immerhin peilt die Mainzer Verkehrsgesellschaft  mittelfristig mehr als eine halbe Million Vermietvorgänge im Jahr an. "Ich hoffe, dass viele Bürger dieses Angebot nutzen, öfter das Auto stehen lassen und so helfen, die Umwelt zu schonen und auf diesem Wege auch die Schadstoffemissionen in der Luft zu reduzieren."

Bei den Rädern handelt es sich um Modelle der Schweizer Firma Simpel. Der Schweizer Fahrradlieferant besitzt eine umfangreiche Erfahrung mit Leihfahrrädern bei den Systemen in Lausanne und Biel sowie der Bereitstellung von Dienstfahrrädern für die Stadt Zürich. Die Fahrradsstationen des Unternehmens Sycube aus Wien zeichnen sich unter anderem durch eine autarke Stromversorgung mit Hilfe einer Solarzelle aus. Der Stromverbrauch für die Vermietvorgänge wurde entsprechend optimiert und bietet den Kunden zu jeder Zeit die Möglichkeit, ein Fahrrad zu entnehmen bzw. einfach an der nächsten freien Station wieder zurück zu geben. Und für den Fall, dass eine Station aufgrund von Straßenfesten im öffentlichen Raum weichen soll, kann diese zurückgebaut werden.

Die ersten sieben Teststationen befinden sich am Hauptbahnhof (Verkehrs Center Mainz), Stadthaus, Rathaus, Stadtwerke Mainz AG, Mainzer Verkehrsgesellschaft, Bismarckplatz, Nordhafen (Fahrradwerkstatt). Zwei weitere entstehen derzeit an der Haltestelle Höfchen/Listmann und an der Zitadelle.

zurück14.07.2011
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